Historie

Der Polizeisportverein 1926 Mönchengladbach e.V.

Im Mai 1926 gründeten Polizeibeamte, darunter Angehörige einer Einsatzhundertschaft aus
Cottbus,den Polizeisportverein M.Gladbach-Rheydt.
Zunächst gehörten dem Verein bis kurz nach dem Krieg nur Polizeibeamte an.
Nach der Wiedergründung 1949 konnten auch andere Mitbürger Mitglied werden.
Dadurch konnte sich der Verein entfalten und versteht sich als Bindeglied zwischen Polizei und
Bürgerschaft. Die Mitglieder des Polizei SV leisten einen nicht unerheblichen Beitrag zur
Verbesserung des Verhältnisses zwischen Polizei und Bürgern.

Der Verein hat viele Höhen und Tiefen erlebt. Abteilungen sind gekommen, neu gegründet worden;
Abteilungen sind aber auch aufgelöst worden oder ausgetreten.

Ich bedanke mich bei allen, die den Verein durch ihre Mitarbeit getragen haben; allen Mitgliedern
wünsche ich für die Zukunft viel Erfolg und Wohlergehen.

Heinz Rieck
Vorsitzender und Polizeidirektor

aus einem Grußwort anlässlich des 70 jährigen Jubiläums

 

Seit 1926 Polizeisport

Nachdem die wenigen kommunalen Polizeibeamten dieser Stadt 1926 durch eine von Cottbus
nach hier verlegte Polizei – Hundertschaft verstärkt worden waren, entwickelte sich auf dem
Hof der Polizeiunterkunft ( Dohlerstraße ) der erste einheimische Polizeisport.

Die Freizeitbeschäftigung der jungen Polizisten war zunächst das Faustball- und Handballspiel
sowie die Leichtathletik, das Schwimmen und Kleinkaliberschießen.
Etwa 150 aktive Ordnungshüter fanden ihr erstes Spielfeld auf dem Sportplatz an der Schloßstrasse.
Die Gründung des Polizeisportvereins fand am 7.Mai 1926 in der Schule und damaligen
Polizeiunterkunft an der Dohlerstraße statt. Erster Vorsitzender des Vereins wurde
Polizeimajor Lennartz.

Die Polizei–Handballer hatten bald den Aufstieg in die Bezirksklasse erreicht. Zudem nahmen sie
auch erfolgreich an den jährlich stattfindenden Westdeutschen Polizeimeisterschaften teil.
Die Gladbach-Rheydter Ordnungshüter (u.a. Oehlke, Tefene, Presser, Jaspers) erhielten wiederholt
Berufungen in Stadt und Verbandsmannschaften.

Die PSV – Leichtathleten fehlten bei fast keiner Sportveranstaltung des Heimatgebietes.
Man startete unter dem Motto:“ Keine Siegerlisten ohne Polizisten !“

Neben den Handballern und Leichtathleten gab es erfolgreiche Schwimmer, Ringer, Gewichtheber,
Faustballer, und Schützen. Der damalige PSV stellte viele Allroundsportler, die in mehreren
Sportarten wiederholt zu Lorbeeren kamen.

1949 die Wiedergründung

Obwohl in den ersten Nachkriegsjahren viele persönliche Nöte im Vordergrund standen und der
Sport von der ersten Polizeiführung noch nicht sonderlich gefördert wurde, fanden sich in
M.gladbach-Rheydt einige Kollegen, die bereit waren, sich wieder sportlich zu betätigen.

Es begann 1946 zunächst mit Fußballspielen gegen englische Soldaten und andere
Behördenmannschaften. Im Stadion des Rheydter Spielvereins fand das Endspiel zwischen der
siegreichen Reviermannschaft Odenkirchen und der Präsidiums-Elf statt.
1949 ging von dem Sportkameraden Rolf Arold die Initiative aus, den PSV M.Gladbach-Rheydt
wieder zum Leben zu erwecken. Eine kleine Gruppe von Ordnungshütern fand sich am 13.Juli 1949
im Filmsaal des Polizeipräsidiums zusammen. Walter Knaak wurde zum 1.Vorsitzende gewählt,
der sich aber bald von Hans Gorges ablösen ließ. Die Hauptarbeit im Verein übernahm aber der
Wiedergründer und Geschäftsführer Rolf Arnold.

Zu den Sportkameraden der ersten Stunde zählen u.a. Rolf Arold, Carl Kohlhaas, Carl Josef Pütz,
Hubert Henn, Helmut Kuhlen, Karl-Heinz Paland, Hans Gorges, Walter Knaak, Willi Schmidt,
Josef Püllen, Josef Bliesbach, Gerhard Thiel, Adolf Wolpers, Erich Frambach, August Koch,
Hermenn Theißen, Willi Beckers, Peter Smets, Benno Schmitz, Hans Roelen, Alfred Claus,
Curt Gehrmann und Gerd Boeden.

Zunächst trat nur eine Handballmannschaft an die Öffentlichkeit. Sie erreichte auch gleich den
Aufstieg in die 1.Kreisklasse. Es folgte die Gründung einer Tischtennis Abteilung unter Leitung von
Helmut Kuhlen.
1949 wurde den Fußballern zunächst die Aufnahme in den Westdeutschen Fußballverband
verweigert, da man dort noch eine Abneigung gegen Betriebs- und Behördenmannschaften hatte.
Ein erneuter Antrag im Jahre1953 wurde dann doch angenommen.

Der Polizeisportverein war inzwischen kein reiner Behördensportverein mehr; denn viele Zivilisten
waren als aktive und passive Mitglieder hinzugekommen.
Während sich die Handballer in der Hauptsache nach Rheydt orientierten, fanden die Fußballer ihre
Sportstätte auf dem ehemaligen „Eintrachtplatz“ an der Volksgartenstraße und somit Zulauf von
Hardterbroicher und Pescher Sportlern, insbesondere von Spielern, die nach der Fusion
Sportclub/Eintracht nicht beim 1.FC Mönchengladbach sondern in ihrem Stadtteil aktiv bleiben
wollten.

Nachdem 1955 der sehr engagierte Erich Gatza den 1. Vorsitz übernommen hatte und erstmals auch
der Behördenchef, damals der Polizeidirektor Andreas Schuhmacher, den Polizeisport sehr förderte,
entwickelte sic der PSV Mönchengladbach bald zu einem Großverein.
In diesen Jahren wurde aus dem Schotterplatz innerhalb des Polizeipräsidiums ein eigener
Sportplatz geschaffen. Ebenfalls wurde auch die ehemalige Exezierhalle innerhalb des Polizei-
Geländes für den Sportbetrieb hergerichtet.

Dem scheidenden Vorsitzenden Erich Gatzafolgte die ebenfalls sehr verdienstvollen Vereinsführer
KOR Herbert Junge sowie KHK Julius Schöner (heute Ehrenpräsident).

Um 1960 hatte der PSV zehn Abteilungen: Handball, Fußball, Faustball, Schießsport, Judoka,
Leichtathletik, Schwerathletik, Boxen, Schwimmen und Tischtennis.
Dazu stellte der PSV in den Jahren 1956, 1958, 1960 und 1962 die Organisatoren (u.a. Paland und
Pütz) von großen Polizeishows, die vor großen Besucherzahlen (15000) im RSV- bzw.
Grenzlandstadion, stattfanden. Sportler und Musiker aus mehreren Nationen sorgten für
begeisternde Darbietungen.
Die Polizei Organisatoren hatten sich landesweit einen Namen geschaffen und wurden daraufhin
auch mit der Durchführung der Polizei-Landesmeisterschaft im Boxen (1963) beauftragt.

Leider lösten sich dann aber einige Abteilungen auf, da altgediente Funktionsträger sich
zurückzogen. Zunächst waren es die Handballer. Auch die Faustballer, Schwimmer, Schwerathleten,
Boxer und Tischtennisspieler verloren ihre Betreuer. Unvergessen die großen Boxveranstaltungen
in der Polizei eigenen Sporthalle, bei denen sich die Lokalmatadore Harry Zimmermann,
Hänschen Lauten (später USA), Kurt Winnes, K.H. Hahn und die Gebrüder Weh hunderte
Zuschauer begeisterten.

Auch die Leichtathleten , die immerhin einen Deutschen Meister (Jörg Wischmeyer im Dreisprung)
sowie wiederholt Kreismeister gestellt hatten, traten bald nicht mehr in Erscheinung.

Die Entwicklung seit 1989

Die Judo Abteilung gründete eine Yoga-Gruppe und eine Gymnastik-Gruppe.
Die Karate-Abteilung erweiterte sich um mehrere Kempo Gruppen.
Eine selbstständige Badminton Abteilung wurde gegründet..
1994 trennte sich jedoch die Judo-Abteilung vom PSV und machte sich selbstständig.,
was den Verlust von 300-400 Mitgliedern bedeutete.
Auch die bisher sehr erfolgreiche Bogensport-Abteilung erlosch im PSV auf Grund eines rapiden
Niedergangs durch Inaktivität.

Unter den Vorsitzenden Bernhard Linz und Hermann Hartmann änderte sich die Struktur des
Vereins wesentlich.

1996 hatte der PSV Mönchengladbach, unter der Führung von Heinz Rieck, 1200 Mitglieder.

Auf Heinz Rieck folgte für kurze Zeit Rolf Doktor, um dann den Vorsitz an Manfred Oellers
weiter zu reichen. Unter Manfred Oellers hatte der PSV, nach einer anfänglich turbulenten Phase,
eine ruhige und harmonische Zeit, in der sich die Qualität im Sport unter beständigen
Abteilungsleitern weiter entwickelte. 2015 übernahm Josef Vitz als langjähriger 2. Vorsitzender bis
2017 den Vorsitz im Verein.

Heute zählt der Verein 13 Abteilungen:
Bogenschießen, Modern Arnis, Fit & Gesund Gymnastik, Fußball, Jugendfußball, Jiu Jitsu,
Polizeidienstsport, Polizei-Radsport, Tai Chi Chuan, Schießen, Kendo, Karate, Badminton

Die Polizei Behörde zieht zur Krefelder Straße und verlässt das Präsidium auf der Theodor Heuss
Straße. Dadurch verliert der PSV seine alte traditionsreiche Heimatstätte, die große schöne
Turnhalle, den Schießstand, und die Versammlungsräume.

Die Fußball-Abteilung zieht vom Eintachtplatz zur ehemaligen Radsportbahn auf die Karl-Diem-
Sraße, wo sie einen neuen Kunstrasenplatz und ein Multifunktionsgebäude bekommen.