Integrativer Selbstverteidigungskurs

Einblick in einen Selbstverteidigungskurs Oktober 2011

In diesem Jahr haben drei Studierenden des Berufskollegs der Evangelischen Stiftung Hephata, Fachschule für Heilerziehungspflege und –hilfe, eine Projektarbeit die wir in der Praxis geplant und durchgeführt haben. Unser Thema lautete „Integrativer Selbstverteidigungskurs für Frauen“. An diesem Kurs konnten Frauen mit und ohne geistiger Behinderung teilnehmen. Durch dieses Projekt wollten wir den Frauen den Impuls geben, sich in Gefahrensituationen selbst zu Verteidigen. Da wir jedoch selber keine Erfahrung mit Selbstverteidigung hatten, haben wir die Mönchengladbacher Polizei gefragt, ob sie uns bei diesem Projekt unterstützen würden. Ein Beamter, Herr Eric Block, hat sich bereit erklärt uns zu unterstützen.

Wir haben eine Kennenlernphase gehabt, wo die Teilnehmerinnen sich mit uns getroffen haben. Bei diesem Treffen konnten die Teilnehmerinnen uns mitteilen, was sie für Erwartungen und Wünsche haben. Wie zum Beispiel sich evtl. nachts, wenn sie noch feiern gehen, sicherer zu fühlen. Diese Informationen wurden dann an den Beamten weitergeleitet. Dieser hat durch Gespräche mit uns den Ablauf geplant damit die Menschen mit „Behinderung“ nicht überfordert oder unterfordert werden. Wir haben im Voraus einen 8 Stunden Kurs auf 2 Tage verteilt. Da wir uns im Vorfeld zunächst noch nicht genau vorstellen konnten, was uns am 01.10 und 08.10.2011 erwarten würde, waren wir alle sehr neugierig und gespannt.

Erfreulicherweise stellte sich der Beamte als sehr netter und umgänglicher Trainer heraus. Er ging speziell auf einzelne Teilnehmerinnen ein. Wünsche, die geäußert wurden, wurden ins Trainingsprogramm mit aufgenommen. Auch die Formalitäten wurden schnell geklärt undwir alle nannten uns beim Vornamen. Da im Voraus besprochen wurde, dass Menschen mit geistiger Behinderung mit Fachlichen oder komplizierten Fremdwörtern nicht viel anfangen können, wurden die Gespräche viel mit Beispielen versehen. Auch die rechtlichen Angelegenheiten wurden kurz aber verständlich erklärt. Ganz am Anfang haben wir Befreiungsübungen gelernt, die bei einem gegnerischen Angriff im alltäglichen Leben helfen können. Möglichst darum ging es uns möglichst richtig verteidigen zu können.

Was bei Herrn Block  einfach und leicht aussah, ergab sich bei eigenem Ausprobieren so manchmal zu Nachfragen und großem Nachdenken. Da wir alle unterschiedliche Körpergrößen, Gewichtsklassen und Kräfteverteilungen hatten, hatte Strategie  keine große Chance. Hier mussten wir logisch denken.  Wie komme ich aus dem Griff raus, obwohl ich Kräftemäßig unterlegen bin. Sehr häufig lachten wir. Wir haben an den zwei Tagen sehr viel gelernt und hatten Spaß dabei.
Der Polizeibeamte stand uns mit Rat und Tat zur Seite und verriet uns Tipps und Tricks, die er in seiner langjährigen Erfahrung in vielen Einsätzen gesammelt hatte. Er selbst stellte sich als Opfer wie auch als Angreifer zur Verfügung. Er zeigte uns, dass man sich als Frau manchmal „durchboxen“ muss.

 

 

Ein herzliches Dankeschön noch einmal an Herrn Erik Block von der Polizei Mönchengladbach für ihren „Einsatz“ .